Barbara Bürscher

Praxis ohne Inszenierung.

Yoga kann schnell zur nächsten Performance werden: die tiefere Rückbeuge, die perfekte Haltung, die richtigen spirituellen Worte, das Gefühl, alles gut zu machen. Mich interessiert mehr, was beim Üben wirklich in dir vorgeht, auch das, was nicht ruhig, anmutig oder beeindruckend ist.

Porträt von Barbara im Freien, sie blickt lächelnd nach oben.

Worum es mir beim Üben geht

Vielleicht weißt du, dass du erschöpft bist, und machst trotzdem weiter.

Vielleicht spürst du, wie sich im Gespräch dein Kiefer anspannt, und sagst dennoch, es sei alles in Ordnung.

Vielleicht kannst du über deine Gefühle nachdenken, hast aber keine Ahnung, wo im Körper sie sitzen.

Vielleicht bist du gut darin geworden, dich ständig zu verbessern.

Ich kenne all das aus eigener Erfahrung.

Yoga-Praxis ist für mich der Ort der Neugier, wo es nicht darum geht, alles gleich reparieren zu wollen. Du bewegst dich, du atmest und merkst, was da ist: Müdigkeit, Unruhe, wenig, oder etwas, dem du seit Wochen ausweichst. Manchmal reicht es schon, das klar zu sehen, um eine andere Entscheidung zu treffen und deinen Körper nicht länger wie ein Projekt zu behandeln.

Wie ich unterrichte

Barbara korrigiert die Armhaltung einer Schülerin in einer sitzenden Haltung.
Unterricht in Süd-Goa, 2023.
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    Ich erkläre, was wir tun

    Ich sage dir, was wir machen und warum, in ganz normaler Sprache. Ich übersetze die Sanskrit-Begriffe. Du musst kein Weltbild teilen. Und du musst auch nicht spirituell wirken.

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    Ich erzähle, woher es kommt

    Ich sage dir, woher eine Übung stammt und was ihre Tradition darüber lehrt, damit du verstehst, was du tust, statt mir einfach zu glauben. Meistens ist das der spannendste Teil, und fast immer ist er vielschichtiger als die Version, die wir auf Instagram sehen.

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    Dann bist du dran

    Ich sage dir nicht, was du fühlen sollst. Vielleicht erlebst du etwas ganz anderes als die Person neben dir, vielleicht auch gar nichts, und beides ist gut. Wenn du lieber pausierst oder etwas auslässt, mach das. Du schuldest mir keine Erklärung.

Ich nehme traditionelle Praxis ernst, und ich stelle gern Fragen.

Ich arbeite immer noch wie eine Journalistin

Ich habe in Wien Journalismus und Kommunikationswissenschaft studiert und als Journalistin gearbeitet und über Politik, Medizin und Gesundheit geschrieben. Meine Aufgabe war, komplizierte Dinge so aufzubereiten, dass auch Menschen ohne Fachwissen sie verstehen.

Der Journalismus hat mir beigebracht zu fragen, woher etwas kommt, nach dem Zusammenhang zu suchen, eine Behauptung von einer Tatsache zu unterscheiden und vorsichtig zu sein, wenn Annahmen als Fakten erscheinen.

Das bleibt auf der Matte ein Teil von mir. Nicht, weil ich jemanden bei einem Fehler ertappen will, sondern weil ich verstehen will. Ich liebe diese Traditionen, und ich glaube an vieles, was sie lehren. In ihnen steckt echtes Wissen, oft erfahren von Menschen, die nichts hatten als ihren eigenen Körper, ihre Meditation und das Beobachten desselben.

Die Chakren sind ein gutes Beispiel. Sie stehen im Mittelpunkt meines Yogaunterrichts. Ich unterrichte sie so, wie die Tradition sie beschreibt: als eine Art Landkarte, nicht als Anatomie. Die Karte ist nützlich. Du musst nicht an sie glauben, um mit ihr zu arbeiten.

Das Geheimnisvolle hat seinen Platz. Ich glaube nur nicht, dass etwas mysteriös sein muss, um Bedeutung zu haben.

Wie ich hierhergekommen bin

Yogalehrerin zu werden, war nie mein Plan. Ich dachte, ich baue mir eine Karriere als Journalistin auf. Aber da war dieser Wunsch, loszuziehen und die Welt zu erkunden, bevor das Leben zu ernst wird.

Also bin ich wenige Tage nach dem Abschluss meines Magisterstudiums 2018 mit einem One-Way-Ticket und einem Working-Holiday-Visum nach Neuseeland geflogen und habe in einer Yoga-Community nördlich von Auckland mitgearbeitet. Zuerst hat mich Yoga einfach fasziniert. Dann wollte ich es verstehen. So geht es mir bis heute: Zuerst erlebe ich etwas, dann will ich wissen, was da eigentlich passiert.

Aus den geplanten acht Monaten wurden sieben Jahre zwischen Neuseeland, Australien, Bali, Thailand, Indien und zwischendurch Österreich. 2019 kam meine erste lange Ausbildung, 900 Stunden am Yoga Institute in Mumbai, danach eine Ausbildung in Klangheilung und Tantra-Meditation in Goa.

Eine Frau steht auf einem Grat über einem tiefen Gletschertal.
Neuseeland, 2019.
Eine Praktizierende hält eine Klangschale neben einer Person, die auf einer Matte liegt, ringsum stehen Messingschalen.
Ausbildung in Klangheilung, Goa, 2020.

Dann hat mich COVID zurück nach Wien gebracht, und ich habe eine Stelle im Marketing angenommen. In der Theorie war sie perfekt: spannende Themen, ein tolles Team, die Freiheit, eigene Ideen zu verwirklichen. Und ich habe mich darin völlig falsch gefühlt. Leer und ein bisschen eingesperrt. Am ersten Tag meines Sommerurlaubs habe ich von einer sechswöchigen Ausbildung in Griechenland erfahren und wusste es sofort. Ich habe gekündigt, meine Wohnung aufgegeben und bin los. Bereut habe ich das nicht ein einziges Mal.

Seitdem nehme ich den Unterschied zwischen dem, was richtig aussieht, und dem, was sich richtig anfühlt, ernst.

Ich habe weiter geübt und angefangen zu unterrichten, an verschiedenen Orten in Süd- und Südostasien und in einer ayurvedischen Kurklinik in Sri Lanka.

Nach und nach habe ich meine eigene Art zu unterrichten gefunden. Einem Karriereplan bin ich dabei nicht gefolgt, sondern meinen Fragen. Und diese Fragen haben mich irgendwann über das Yoga hinausgeführt, zur Embodiment-Arbeit, zur Arbeit mit Frauen und zu Tao Tantric Arts. Dort habe ich andere Wege gefunden, dasselbe Gebiet zu erkunden.

Heute lebe ich in Canacona in Süd-Goa, wo ich Yogastunden und Workshops anbiete. Außerdem arbeite ich online.

Vielleicht bist du hier, weil

  • du viel im Kopf lebst, und das meistens funktioniert.
  • du gut darin bist zu funktionieren und Dinge zu erledigen, aber nicht immer darin, zu merken, was du brauchst.
  • du eine richtige körperliche Praxis willst, ohne Beweglichkeit oder Spiritualität zur Schau zu stellen.
  • oder du einfach ein bisschen mehr Zeit in deinem Körper verbringen und schauen willst, was passiert.

Finde es selbst heraus

Was ich an diesen Übungswegen liebe: Man kann sie ausprobieren. Die Taoisten haben die Organe mit Gefühlen, Jahreszeiten und Klängen verbunden. Die Yogis haben eine Karte von Energiezentren gezeichnet, vom unteren Ende der Wirbelsäule bis zum Scheitel. Solche Dinge faszinieren mich. Menschen haben all diese Landkarten entwickelt, um Erfahrung zu verstehen, und du kannst sie in deinem eigenen Körper überprüfen.

Aber verlass dich nicht einfach auf mein Wort.

Ein:e Lehrer:in kann dir eine Übung geben. Eine Tradition kann dir eine Landkarte geben. Aber erfahren kannst es nur du selbst.

Vielleicht wirkt es bei dir. Vielleicht nicht. Vielleicht siehst du es in sechs Monaten ganz anders. Gut so.

Ich möchte dir genug Zusammenhang geben, genug Raum und eine Praxis, die du wirklich selbst erforschen kannst.

Es geht nicht darum, die richtige Antwort zu finden. Es geht darum, mit deiner eigenen Erfahrung vertrauter zu werden.

Hintergrund

Journalismus
MA Journalismus und Kommunikation, Universität Wien
Yoga
900-Stunden-Yogalehrerausbildung, The Yoga Institute, Mumbai
Embodiment
Embodiment Coaching, Embodiment Unlimited (Mark Walsh)
Tao Tantric Arts
Facilitator-Ausbildung bei Shashi Solluna und Minke de Vos

Wenn das nach deiner Art zu üben klingt, komm in eine Stunde oder schreib mir. Du kannst gern vorher Fragen stellen. Auch skeptische.